Montag, 21. August 2017

Aktion ~ Gänseblümchen #7

Hallo zusammen,

schon lang verfolge ich diese Aktion bei Laberladen und jede (!) Woche denke ich mir, dass ich nächste Woche endlich mal teilnehmen werde. Diesmal ist es wieder soweit. Es geht im Grunde genommen darum, sich auf die guten Dinge zu konzentrieren. Was ist dir in der letzten Woche schönes passiert? Was hat dich glücklich gemacht? Was hat dich aufgemuntert? Was hat dir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert? Ursprünglich stammt diese Aktion übrigens von Hoffnungsschein.


Ich hasse einkaufen. Wirklich. Und seit ich durch meine Situation Anfang des Jahres zugenommen habe, sowieso noch mehr. Besonders Hosen kaufen ist katastrophal. Ich bin daher so froh, dass ich während meiner Zeit daheim vier Hosen kaufen konnte. Okay, zwei sind identisch, sodass ich eine zuhause lassen kann und weniger Gepäck habe, aber da bleiben immer noch drei Hosen über. Ich bin sehr begeistert und froh, dass ich aus dieser Richtung erstmal Ruhe habe :D

Meine letzte Woche Zuhause habe ich einerseits zum auskurieren meiner Erkältung genutzt >.< andererseits um noch Freunde zu treffen. Mit einer Freundin war ich Abschiedsfrühstücken, da sie bald ins Ausland geht. Anschließend kam meine beste Freundin zu mir, wir haben ein bisschen gespielt und hatten jede Menge Spaß, weil meinem Vater ein kleines Missgeschick passiert ist. 
Gestern habe ich dann noch eine andere Freundin in ihrer neuen Wohnung besucht und die letzten Sonnenstrahlen auf ihrem Balkon mit Rheinblick (!) genossen. 

Von meiner Freundin bin ich gestern direkt zum Essen gefahren. Wir gehen meist am letzten oder vorletzten Abend bevor ich wieder nach Franken fahre nochmal alle zusammen essen. Zwar sind das immer kurze Essen, aber ich freue mich immer wenn wir (meine Eltern und meine Geschwister) wenigstens einmal zusammensitzen. 

Die Zugfahrt lief heute richtig gut. Damit habe ich gar nicht gerechnet. Mein Bruder hat mich zum Bahnhof gefahren und dann kam der Zug direkt mal zehn Minuten zu spät. Wenn die Reise so startet, wird es meist schlecht. Zwar waren auch danach einige Züge nicht so ganz pünktlich und ich musste in Frankfurt unfreiwillig Dauerlauf machen, aber ich bin plamäßig und ziemlich stressfrei am Ziel angekommen. Wäre das doch nur immer so. 


Sonntag, 20. August 2017

Aktion ~ Mein SuB kommt zur Wort #4

Hallo liebe SuB und SuB-Besitzer,

ich bin ja so froh, heute mich euch reden zu können. Ich habe mich noch nicht ganz von Julias Umräumaktion erholt. Im letzten Monat durfte ich so viele Freunde willkommen heißen, dass es einfach keinen Platz mehr gab und Julia uns ordentlich umstrukturieren musste. Die meisten von uns stehen nicht mehr in Reih und Glied, sondern liegen aufeinander. Könnt ihr euch das vorstellen? Ein furchtbarer Zustand, weshalb ich Julia ordentlich ins Gewissen reden werde. Sie muss mehr lesen und weniger kaufen oder tauschen oder gewinnen, damit wir uns wieder hinstellen können.
Alle Bücher: Hinstellen! Hinstellen! Hinstellen! Hinstellen!

Wie groß/dick bist du aktuell?
Ich schäme mich ein bisschen das zuzugeben, aber ... im letzten Monat war ich bei 42 Büchern und jetzt bin ich bei 64 Büchern. Wie das kommt? Nun, Julia hat gewonnen. Wie sie euch hier berichtet hat, hat sie in einem Gewinnspiel einen Lesekoffer gewonnen, mit insgesamt 30 Büchern und Hörbüchern. Die Freude war bei ihr riesig, nur muss mein Umfang darunter leiden. Ich meine, ich freue mich über Julias Glück und im Grunde freue ich mich auch über die vielen neuen Freunde und weiß ja, dass Julia das auch wieder abbauen wird, aber... es ist doch ein komisches Gefühl sich auf einen Schlag beinahe zu verdoppeln.

Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen – zeige mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel!
Endlich kann ich euch hier mal wirklich nur drei Bücher zeigen. Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Die Tauschbücher stellen sich bitte zuerst vor, danach der Einkauf.

Linda Castillo - Tödliche Wut - Kate Burkholder #4
Ich glaube der Klappentext spoilert nicht, aber da einige da ja empfindlich sind, lass ich das mal.
Julia tauscht ihre Bücher unter anderem über tauschgnom und dort hat sie dieses Buch ertauscht. Den ersten Teil der Reihe hat sie gern gelesen, aber seitdem konnte ich kein weiteres Buch der Autorin bei mir willkommen heißen. Besonders gefällt Julia, dass es bei den Amischen spielt und deshalb kann ich auch nicht verstehen, warum sie nicht die weiteren Teile der Reihe einziehen lässt. 

Brigitte Glaser - 8 Tage im Juni
"Jenny und Lovis leben nur wenige Kilometer voneinander entfernt und doch könnte ihr Leben nicht unterschiedlicher sein. Lovis' Vater hat viel Geld, Jenny dagegen ist in einer Sozialwohnung zu Hause und weiß oft nicht, von welchem Geld sie das nächste Abendessen kaufen soll. Als Lovis an einer menschenleeren U-Bahn-Haltestelle von drei Jugendlichen zusammengeschlagen und auf die Gleise geschubst wird, ist es Jenny, die ihn im letzten Moment auf den Bahnsteig zieht. Doch sie läuft weg, bevor die Polizei kommt. Lovis dagegen geht das fremde Mädchen nicht mehr aus dem Kopf, er möchte sie unbedingt wiedersehen ... " (Quelle: Verlagsseite)
Dieses Buch hat Julia ebenfalls ertauscht, allerdings über Facebook. Als sie es ausgepackt hat, war sie total überrascht wie dünn das Buch ist. Da habe ich mich sehr gefreut, denn das bedeutet es liegt nicht so lang bei mir. Aber ... wenn dieses Buch schon im Juni spielt, sollte es dann nicht auch im Juni gelesen werden? Bald fährt Julia wieder zum Studium und vorher wird sie es nicht mehr schaffen und wenn sie wiederkommt ist Weihnachten und dann wird sie es sicher nicht lesen und dann... wird es wohl bis Juni warten müssen. Armes Buch :(

Helene Henke - totenmaske 
"Die 21-jährige Zoe versteht es meisterhaft, Verstorbene für das Begräbnis herzurichten. Nach dem Tod ihres Großvaters übernimmt sie das traditionelle Familienunternehmen. Respektvoll bereitet sie die Verstorbenen für ihre »letzte Reise« vor und macht sich schnell einen Namen als jüngste Bestatterin Deutschlands. Die Bewohner des kleinen Dorfs im Hunsrück stempeln die ungewöhnliche junge Frau jedoch schnell als Sonderling ab. Als eines Tages Boris und seine zwei Freunde auf ihrem Behandlungstisch landen, findet sich Zoe rasch im Kreis der Verdächtigen wieder – hatte doch einer der jungen Männer Zoe vor ein paar Jahren fast vergewaltigt. Das BKA ermittelt. Die Stimmung im Dorf gleicht einem Hexenkessel, als Zoe plötzlich spurlos verschwindet." (Quelle: Verlagsseite)
Dieses Buch hat Julia sich gekauft, weil es das als reduziertes Mängelexemplar gab. Langsam erkennt man das System, oder? Ich hab sie gelassen, weil das Buch von der Wunschliste kommt und wir haben da ja diese Abmachung. Eine Bestatterin (und dann auch noch eine so junge) ist mal eine andere Protagonistin, daher ist Julia sehr gespannt auf dieses Buch. 

Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil gelesen? War es eine SuB-Leiche, ein Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Reziexemplar und wie hat es deinem Besitzer gefallen?
Helmut Vorndran - Das fünfte Glas - Haderlein&Lagerfeld #5
 Keine Inhaltsangabe, da Spoilergefahr.
Gerade eben habe ich den fünften Band der Frankenkrimis von Helmut Vorndran beendet. Dieses Buch lag noch nicht allzulang auf meinem SuB, aber weil es jetzt ganz gut zu einer Challenge gepasst hat, habe ich gelesen. Die Geschichten von Vorndran sind sehr skurril, was man definitiv mögen muss. Einige Szenen waren mir auch wieder zu abgedreht, andere waren dafür sehr gelungen.

Lieber SuB, zeige uns doch mal dein kleinstes und dein größtes Buch!

Für diese Frage habe ich nur Bücher genommen, die man wirklich liest. Ich habe nämlich ein Langenscheidt Lilliput, aber das ist ja nur ein Wörterbuch.
Mein größtes Buch ist also Die Ducks in Deutschland
Meine kleinsten Bücher sind meine Reclam Schullektüren. Das sind Kabale und Liebe von Friedrich Schiller und Woyzeck von Georg Büchner. An beide habe ich keinerlei Erinnerungen, das sagt ja alles. Außerdem Brave New World von Aldous Huxley und Monsieur Ibrahim et le fleurs du Coran von Éric-Emmanuel Schmitt. Beide Bücher haben mir sehr gut gefallen.

Nachwort von Julia:

Mein SuB hat diese Aktion bei Anna entdeckt. Schaut gern mal bei ihrem SuB vorbei. Ich werde meinem SuB mal sagen, dass er sich nächstes Mal etwas kürzer... jaaaaaaa, ist ja schon gut. Ich arbeite ja schon weiter...Ist doch immer das gleiche mit den SuBs.....Ich bin zu groß mimimimi.... Lies mich und mich und mich und mich....
Ich bin später noch verabredet und sitze morgen den ganzen Tag im Zug, daher werde ich vemutlich erst im Laufe der Woche bei euch vorbei schauen können. Bitte seht mir das nach :)

Samstag, 19. August 2017

Rezension ~ Mein Herz ruft deinen Namen

Titel: Mein Herz ruft deinen Namen
Originaltitel: Per sempre
Autorin: Susanna Tamaro
Seiten: 224 Seiten
Verlag: Piper
Genre: Roman, Gedanken
Leseprobe



Inhalt:
Bei einem Unfall verliert Matteo seine Frau und seinen kleinen Sohn und damit jeglichen Halt in seinem Leben. Erst als er nach vielen Jahren in eine einsame Berghütte zieht, beginnt er wieder über sein Leben nachzudenken und die Vergangenheit aufzuarbeiten. 

Meine Meinung:
Dieses Buch habe ich gelesen, weil es das Lieblingsbuch einer geschätzten Bloggerkollegin ist. Sie hat mich immer wieder neugierig auf die Geschichte gemacht, auch wenn ich zugegeben skeptisch war, weil auf der Rückseite von Spiritualität die Rede ist. 

Ich war zunächst positiv überrascht davon, wie gut sich das Buch lesen lässt. Nicht das ich eine schwierige Lektüre erwartet hatte, aber ich habe nicht damit gerechnet so flüssig der Handlung folgen zu können. Aufgrund der Thematik und der beworbenen „Weisheit, Spiritualität und Liebe“ bin ich davon ausgegangen, dass man das Buch gar nicht weglesen kann, sondern es abschnittsweise lesen muss. Tatsächlich ist das aber nicht der Fall, da der leichte Schreibstil einen im Nu durch das Buch führt. 

Inhaltlich hatte ich hier und da Schwierigkeiten. Matteo ist relativ unsympathisch, vor allem weil er – wenn überhaupt – sehr spät über seine Handlungen reflektiert. Nachdem er eine bestimmte Sache in der Vergangenheit macht, geht es mehrere Kapitel lang um völlig andere Dinge, ohne dass man überhaupt auf die Sache zurückkommt. Und als das passiert, wird das überhaupt nicht kritisch hinterfragt. Dafür braucht es dann wieder mehrere Kapitel. Bis er versucht seine Fehler wieder gut zu machen, war er mir dann aber schon richtig unsympathisch, weil er so lang nichts tut und sein Handeln für völlig normal hält.

Auch was den Unfall angeht, bin ich nicht so zufrieden. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber die Unfallursache ist nicht so richtig geklärt. Matteo kam mir vor wie Wickie (die Zeichentrickfigur), weil er urplötzlich mit dem Finger schnipst (im übertragenen Sinn) und die Ursache kennt. Das finde ich weit hergeholt und ich hätte da lieber die Ursache nicht gekannt.

Ich glaube, ich habe letztlich inhaltlich einfach was anderes erwartet. Matteo lebt zwar in den Bergen, trifft dort auch auf Menschen, aber von diesen Begegnungen wird oft nur in wenigen Sätzen berichtet. Ich hatte erwartet, dass der Fokus darauf liegt. Stattdessen ist ein Großteil der Handlung Rückblenden auf Matteos vorheriges Leben: Seine Kindheit, seine Eltern, seine Frau (die ich übrigens auch sehr herrisch fand) und die Zeit nach dem Unfall. 

Fazit:
Ich tue mich schwer, das Buch (jemandem) zu empfehlen, möchte aber auch nicht davon abraten. Wer gern tiefgründige Bücher liest, Bücher mit vielen Gedanken und eher sekundärer Handlung, der kann sicher Freude mit diesem Buch haben. 


Informatives Sammelsurium:


Freitag, 18. August 2017

Sammelsurium ~ Ich bin Vielleser - ist das gut so?

Hallo zusammen,

heute mal ein Post, den ich schon länger mit mir rumschleppe und den ich schon mehrmals überarbeitet habe. Wundert euch bitte nicht, wenn ich zum Beispiel von heute (15.7) o.ä. spreche. Ich habe den Post mehrmals verschoben und überlegt ob ich ihn überhaupt posten soll und wenn ja, wann. Ich habe mich jetzt -offensichtlich- dazu entschlossen, auch wenn es gegen Ende doch mehr Rechtfertigung ist als ich wollte, aber das Thema beschäftigt mich wie gesagt schon eine Weile und wollte endlich raus :)

Ich mache mir immer mal wieder Gedanken über das Viellesen bzw. mein Leseverhalten. In den meisten Monaten lese ich mehr als viele andere Blogger oder sagen wir eher mehr als viele andere Blogger denen ich folge. Seit der ersten Klausurphase für dieses Jahr lese ich vielleicht noch mehr als sonst. Stand heute, 15.07.2017, habe ich aber im Juli bereits zwei Bücher abgebrochen und gerade eines beendet, welches mich aber sehr enttäuscht hat. Generell läuft es im Juli eher mäßig, weshalb ich mal wieder über das Viellesen nachdenke. Das heißt, heute kommen die Gedanken eher aus der Qualitätsrichtung, aber als ich den Post ursprünglich schreiben wollte, kam der Wunsch eher aus der Quantirichtung. Ich werde versuchen mich von beiden Seiten dem Thema Viellesen zu nähern.

Zunächst steht vielleicht die Frage im Raum was unter Viellesen zu verstehen ist. Das ist natürlich für jeden unterschiedlich und daher möchte ich auch keine feste Grenze setzen. Jemand der im Monat drei bis fünf Bücher liest, betrachtet vielleicht jeden Blogger ab durchschnittlich acht Büchern im Monat als Vielleser. Andere finden vielleicht das viellesen geht ab zwölf oder fünfzehn Büchern los. Das kommt doch immer stark auf die Person und die Umstände an.

 Die Quantitative Richtung
Die Idee für den Post kam mir, als ich mal wieder das Gefühl hatte mich für meine gelesenen Bücher rechtfertigen zu müssen. Warum schaffe ich es regelmäßig, das heißt nicht im Urlaub oder der vorlesungsfreien Zeit, zehn oder zwölf oder gar mehr Bücher im Monat zu lesen? Beim Erstellen meines Lesemonats oder auch beim Kommentare beantworten, hatte ich häufiger das Gefühl mich erklären zu müssen. "Aber es waren auch viele kurze Bücher..." "Ich war ja auch eine Woche krank..." "Ich hab halt sonst keine Hobbys..." Es ist nicht so, dass mir andere Blogger das schlechte Gefühl geben, das heißt es gibt eigentlich keine negativen Kommentare oder dergleichen, weshalb ich auf den Gedanken käme andere würden meinen Buchkonsum irgendwie schlecht finden. Es ist vielmehr so, dass ich mir selbst dieses Gefühl einrede. Das ich Angst habe, andere könnten schlecht über mich denken, weil ich so viel lese. Nach dem Motto "Ach die Julia, die macht ja auch den ganzen Tag nichts. Wenn ich so viel Zeit über hätte wie die, dann würde ich auch so viel lesen." Völliger Quatsch eigentlich so zu denken. Ich muss mich nur vor einer einzigen Person rechtfertigen und das bin ich selbst. Jeder Mensch ist unterschiedlich und deshalb sind die Lesegewohnheiten auch unterschiedlich und dementsprechend auch das, was man am Ende schafft. Warum ich so viel schaffe, hängt von verschiedenen Dingen ab. Ich habe keine Familie und wohne "nur" in einem Zimmer im Wohnheim. Die Uni fordert mich aktuell nicht sehr. Meine Freunde (in BA) wohnen nur zeitweise hier, sodass ich das Wochenende seit Beginn des Studiums immer für mich habe. Ich habe keine anderen Hobbys. Was mache ich also, während andere: Freunde treffen, die Familie besuchen, zum Sport gehen, einem anderen Hobby nachgehen? Lesen. Dazu kommt, dass ich kein Problem damit habe lange am Stück zu lesen. Es ist also nicht selten, dass ich sonntags ein ganzes Buch lese. Aber auch das wird sich ändern, denn die Masterarbeit steht an, ich habe einen neuen Job und dann muss ich irgendwann umziehen, eine Arbeit finden etc.

Was ich damit sagen will ist einfach, dass es okay ist viel zu lesen. Genauso wie es okay ist wenig zu lesen. Die Vielleser sollten sich nicht dafür schämen oder sich deswegen schlecht fühlen. Wenn es die Umstände hergeben ist das doch klasse. Und diejenigen die weniger lesen, sollten den Viellesern kein leichtes Leben unterstellen, wo man nur Zeit für die schönen Dinge hat. Wenn man selbst nicht viel lesen kann oder möchte, ist das auch in Ordnung. Wer lieber zwei Bücher im Monat liest und diese dafür intensiv studiert, kann das natürlich tun.


Die Qualitative Richtung
Womit ich tatsächlich schon konfrontiert wurde sind Fragen wie: Kannst du dich überhaupt noch an all die Büchern erinnern? Kannst du das Lesen noch genießen? Sollte Lesen nicht Spaß machen, anstatt in eine Art Wettbewerb auszuarten? Um die Fragen zu beantworten: Nein, Ja und Ja.

Nein, ich kann mich nicht mehr an alle Bücher erinnern. Aber mal ehrlich. Könnt ihr das? Die meisten von euch - egal ob sie viel oder wenig lesen - lesen doch sicher schon lang. Schätzungsweise seit der Kindheit, vielleicht mit längeren Unterbrechungen, aber ich gehe davon aus das die meisten schon lange lesen. Auch wenn man im Jahr nur 50 Bücher liest (d.h. etwa ein Buch pro Woche) kommen da doch schnell 500 oder 1000 Bücher zusammen. Wer soll sich denn da an alle erinnern? Und die Frage ist doch auch: Muss man das? Muss ich mich daran erinnern, was genau in Buch XY auf Seite 30 passierte, welches ich vor fünf Jahren las? Oder reicht es nicht, dass es mir damals ein paar schöne Lesestunden, ein bisschen Entspannung vor der Welt gebracht hat?

Ich habe schon öfter gesagt, dass ich mir leider sehr wenig aus Büchern merke. Da liegt natürlich der Verdacht nahe, dass ich so viel vergesse, weil ich so schnell und viel lese. Darüber habe ich mir nicht nur einmal Gedanken gemacht. Im Februar habe ich nur vier Bücher gelesen. Ich müsste mich an diese Bücher ja besser erinnern können, als an Bücher aus lesestarken Monaten. Kann ich aber nicht. Jetzt kann man sagen, dass ich durch die Klausuren und meine private Situation damals eh abgelenkt war und es deshalb nicht aussagekräftig ist. Vielleicht. Aber ich kenn mich gut genug um mir sicher zu sein, dass es daran nicht liegt. Es ist schon immer so gewesen, dass ich Buchdetails schnell vergesse und das wird wohl auch so bleiben. Klar ist das Schade, aber wie ich oben schon sagte: ich verbringe mit den Büchern schöne Stunden und allein dafür, lohnt sich das lesen. Damit dürfte dann auch geklärt sein, warum ich das Lesen definitiv noch genieße!

Ja, das Lesen sollte in erster Linie Spaß machen und nicht in einen Wettbewerb ausarten. Deshalb lese ich auch nicht. Ich gehe nicht mit dem Gedanken in einen neuen Monat, meinen alten Lesemonat übertrumpfen zu müssen. Sicher, ich bin ein bisschen enttäuscht wenn ich "nur" sechs Bücher in einem Monat schaffe. Aber nicht, weil ich mein Jahresziel davon schwimmen sehe, sondern weil ich an die vielen Geschichten denke, die ich gern entdeckt hätte. Wenn ich freie Zeit zur Verfügung habe, entscheide ich mich nicht fürs Lesen, weil ich unbedingt den SuB abbauen muss, oder mir noch 50 Bücher zum Jahresziel fehlen, oder ich seit fünf Tagen nicht mehr gelesen habe und ich ja irgendwas im Lesemonat vorweisen muss, sondern weil ich wirklich Lesen will. Ich mag Leselisten und ich mag Challenges, daher finde ich solche Anreize gar nicht schlimm. Für mich bedeutet das Spaß, eine kleine Herausforderung an mich selbst und vor allem eine Orientierung für meine nächste Lektüre und es ist nicht als Ansporn gedacht, noch mehr zu lesen. Und mal ehrlich, soll ich mich zwingen weniger zu lesen? Wenn der Monat noch acht Tage hat und ich schon zwölf Bücher gelesen habe, soll ich dann bewusst nichts mehr lesen, nur damit ich am Ende nicht wieder 15 Bücher in meinem Lesemonat zeige?

Ich bin Vielleser und das ist gut so! Denn ich bin ich. Das Lesen macht mir Freude, das Lesen ist mein liebstes Hobby, das Lesen und die Bücher zeichnen mich aus. Warum sollte ich mich also dazu zwingen das Lesen zu reduzieren? Ich bin Vielleser und das ist gut so!


Donnerstag, 17. August 2017

Rezension ~ Fangirl (E)

Titel: Fangirl
Deutsche Übersetzung: Fangirl
Autorin: Rainbow Rowell
Seiten: 476 Seiten
Verlag: Macmillan
Genre: Jugendbuch, Fanfictions,
Leseprobe



Inhalt:
Die 18-jährige Cath fühlt sich in der Welt des fiktiven Buchcharakters Simon Snow am wohlsten. Sie schreibt erfolgreich Fanfictions, tapeziert ihr Zimmer mit Simon Postern und ist ein absolutes Fangirl. Als sie aufs College kommt, fühlt sie sich wie ein Alien und kann nur schwer mit den Veränderungen umgehen. Ihre Zwillingsschwester Wren möchte sich kein Zimmer mit ihr teilen und macht lieber Party als nächtelang mit Cath zu schreiben. Ihre Mitbewohnerin Reagan hasst Cath offensichtlich und ist sowieso immer nur unterwegs und richtige Freunde findet sie auch nicht. Aber anders als in ihren Fanfictions hält sie in der echten Welt nicht die Fäden in der Hand. 

Meine Meinung:
Mittlerweile hat vermutlich jeder von diesem Buch gehört und es gegebenenfalls auch schon gelesen. Ich wollte das Buch unbedingt lesen bevor es doch noch auf Deutsch erscheint, damit ich gar nicht erst in Versuchung komme es in meiner Muttersprache zu lesen. Hat nicht geklappt, aber glücklicherweise finde ich das deutsche Cover sehr unschön und bin daher bei der englischen Ausgabe geblieben. 

Ich lese relativ viele Fachliteratur auf Englisch, aber keine Unterhaltungsliteratur. Das habe ich schon gemerkt, weil ich zwar inhaltlich alles verstanden habe, aber gefühlt sind mir die Zwischentöne und die Anspielungen entgangen. 

Es fiel mir überraschend schwer in die Geschichte einzutauchen. Sicher lag das einerseits an der ungewohnten Lesesituation, aber auch die Handlung konnte mich überhaupt nicht fesseln. Das hat mich sehr erstaunt, weil Cath mir sehr ähnlich ist. Zwar kann ich mich mit dem Fanfiction Part nur noch rückblickend identifizieren, weil ich nicht mehr schreibe, aber auch darüber hinaus konnte ich viele Gemeinsamkeiten entdecken. 

Bei den anderen Charakteren war das leider nicht der Fall. Cath Zwillingsschwester Wren finde ich eine schreckliche Person. Sie ist unsensibel, respektlos und egoistisch. Die Zwillinge haben bis zum College alles gemeinsam gemacht: Ein Zimmer geteilt, die Simon Snow Leidenschaft geteilt, eine schwere Zeit in der Kindheit zusammen durchgestanden. Ich finde ihren Wunsch verständlich, sich von Cath abnabeln zu wollen. Eigene Freunde, ein eigenes Zimmer, ein anderer Studiengang. Aber in anderen Punkten behandelt sie Cath so scheiße, das ich es unmöglich finde. Es gibt weitere Nebencharaktere die ich schrecklich fand, aber dazu sage ich aus Spoilergründen nichts.

Zwischenzeitlich hatte ich vor allem wegen diesen schrecklichen Personen überhaupt keine Lust mehr zu lesen und hätte das Buch am liebsten in die Ecke geworfen. Aber weil ich ja unbedingt mehr englisch lesen will, habe ich nicht abgebrochen. Die letzten 150 Seiten haben mir dann auch richtig gut gefallen.

Das Besondere an dieser Geschichte ist zweifellos Cath Leidenschaft für Fanfictions. Sie ist großer Simon Snow Fan, welcher ein Buchcharakter aus einer achtteiligen Serie und eine Anspielung auf Harry Potter ist. Jedes Kapitel endet mit einem Textauszug aus Cath Fanfictions oder aus einem der Simon Snow Bücher. Ich fand diese Idee und den Aufbau sehr gelungen, aber inhaltlich war das nicht so meins. Ich hatte oft das Gefühl mir fehlt das Hintergrundwissen um diese Ausschnitte zu verstehen. Und letztlich ist das ja auch so, denn dem Leser fehlen sieben bzw. acht Simon Snow Bände, die es ja gar nicht gibt. Vielleicht hätte ich diesen Zusammenhang zwischen der eigentlichen Geschichte und den Einschüben auf Deutsch tatsächlich besser verstanden.

Fazit:
Ein Jugendbuch, das sicher unterhalten kann. Den Hype ist es aber für mich nicht wert, da ich doch zu oft genervt war und die Handlung stellenweise zu langsam fortschritt.